Territoires Mouvants : Die 12. Ausgabe der Talents contemporains in der Fondation Schneider

Noemi Sjöberg, One euro to jump now, 2021

Mit Territoires Mouvants, enthüllen die sechs Preisträger der 12. Ausgabe der Talents contemporains engagierte Werke rund um das Thema Wasser. 

Im Jahr 2011 von der Fondation François Schneider ins Leben gerufen, sucht der Wettbewerb Talents contemporains jedes Jahr nach internationalen Künstlern, die aus dem Wasser eine zentrale Achse ihrer Arbeit machen. Diese Frage, die alle Ausgaben durchzieht, wird in diesem Jahr mit der Klimakrise und Herausforderungen rund um Immigration in Verbindung gebracht. Anhand des Drucks von Karten verschiedener Länder, Inseln und Archipele auf die Seiten von Reise um die Erde in 80 Tagen von Jules Vernes, hinterfragt Les Possessions (2014) von Aurélien Mauplot die Begriffe der Nation und des Besitzes im Laufe der Geschichte. „Mehr als 332 Seiten, in chronologischer Anordnung, sind an einer blauen Wand platziert, die an die Farben der Meere und Ozeane erinnert“, unterstreicht Sarah Guilain, die Kuratorin der Ausstellung. Inmitten von jeder von ihnen, heben sich kleine schwarze Formen ab. „Es gibt keine besondere Organisation, die erklärt, warum sich jenes Land auf jener Seite findet, außer bei der Letzten“, setzt sie fort. Das letzte Blatt bezieht sich in der Tat auf die Île de la Possession, die zur Inselgruppe der Crozetinseln im Südwesten des indischen Ozeans gehört. 57-mal kleiner als Korsika, gibt sie der Ausstellung ihren Namen und verdankt den ihrigen Julien Crozet, Marine-Offizier, der im Jahr 1772 ausrief „Im Namen Frankreichs ergreife ich Besitz von dieser Insel, diese Insel wird Île de la Possession heißen!“. 

Manon Lanjouère ihrerseits stellt die Gefahren der Unterwasser-Verschmutzung in den Fokus mit Les Particules, le conte humain d’une eau qui meurt (2022). Neun Cyanotypien auf Glas, realisiert ausgehend von Abfällen – Wattestäbchen, Haargummis, Verpackungen, Isolatoren von Elektrokabeln… – die an Stränden gefunden und so angeordnet wurden, dass sie verschiedene Arten von Mikropartikeln repräsentieren, sind untereinander durch eine Plastik-Welle verbunden. Der komplette Index der Arten ist auf einem Papier an der Seite ihrer Werke zu finden, in Begleitung eines Videos, das sie Mitten in der Kreation zeigt. Der Film ist übrigens das Hauptmedium von One euro to jump now (2021), von Noemi Sjöberg. In einer Spieluhr gefangen, die ein Handwerker aus Barcelona maßgefertigt hat, prangert die digitale Endlosschleife der schwedischen Künstlerin den Massentourismus in Porto an, verewigt die Jungen, die im Begriff sind in den Fluss Douro zu springen, der von Booten übersättigt ist, um eine kleine Münze zu bekommen. „Für sie müssen wir unsere Art zu Leben ändern. Auch aus diesem Grund ist der Spiegel der Spieluhr beschädigt und die Melodie fehlerhaft“, fasst die Kuratorin zusammen. 

In der Fondation François Schneider (Wattwiller) bis 23. März 
fondationfrancoisschneider.org

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