Solann, musikalisches Schmuckstück mit spitzer Feder
Mit 25 Jahren bringt Solann ihr erstes Pop-und Folkalbum Si on sombre ce sera beau heraus, legt ihre engelshafte Stimme auf ausgefeilte und engagierte Texte.
Seit einem Jahr beschleunigt sich für Solann alles: Beim französischen Musikpreis Victoires de la musique 2025 für die Kategorie Bühnenentdeckung und Originelles Lied nominiert, für Rome, Single die im Januar 2024 erschien, aber auch als Weibliche Entdeckung des Jahres ausgezeichnet, zieht die junge Frau alle Blicke auf sich. Und das obwohl das Talent aus Paris erst seit dem Lockdown 100% Musikerin ist. „Meine Eltern sind ein bisschen Künstler, sie sind Gaukler, also bin ich in diesem Universum aufgewachsen und singe seit Langem“, detailliert sie. „Zur Zeit von Corona habe ich meine Hauptaktivität als Schauspielerin und Model auf Eis gelegt und habe mich endlich dazu entschieden mich auf die Musik zu konzentrieren.“ Anhand von Videos in den Sozialen Netzwerken entdeckt sie der Produzent Chad Boccara Ende 2021. Sie verbindet ihre armenischen Wurzeln – Mayrig, (dt. „Mutter“), ist zum Beispiel ein Titel, der ihrer Mutter gewidmet ist –, und ihre Leidenschaft für Ukulele und ihren Geschmack für die Märchen ihrer Kindheit, lässt sich aber auch von antiken Mythen, Fabulettes von Anne Sylvestre und anderen von Marlène Jobert gelesenen Geschichten inspirieren um diese unzähligen Einflüsse mit ihren eigenen Erfahrungen zu verknüpfen. Zwischen zarter Intonation, doppelsinniger Poesie und verbaler Kraft, verteidigt Solann die Idee, dass „wenn ich die Dinge etwas in eine Geschichte verpacke, die Informationen besser ankommen und man mehr Lust darauf hat sie zu hören.“ Und sie fügt hinzu: „Ich liebe alle Symbole, die man in den Märchen finden kann. Man kann sie immer neu anpassen und sie mit Themen von heute in Verbindung bringen“, präzisiert jene, die ihre Frustrationen aufs Papier bringt. Rome illustriert dies zweifelslos.
Die Sängerin beginnt mit melancholischen Riffs ihres kleinen Saiteninstruments, bevor sie eine perfekt bildhafte Geschichte erzählt: „Ich fühle mich wie ein Lamm, das den Wolf um Verzeihung bittet / Ihm zu langsam seinen Hals dargeboten zu haben / Zu viel Platz eingenommen zu haben, zu viel Widerstand geleistet zu haben / gesehen zu haben, wie sein Fell sich mit Blut färbte“. Der Refrain lässt diese zarte Höflichkeit zerbersten, mischt Tastatur und Schlagzeug mit einer eher elektronischen Stimmung. Die Worte sind unmissverständlich: „Ich zähle nicht mehr mal wie oft man mich als Hündin bezeichnet hat / Aber es ist eine Hündin, die Rom großgezogen hat / Nutten wie ich tragen die Träume der Männer“. Man findet diese zweigleisige Lektüre bei Les Ogres wieder, in dem die Geschichte von David und Goliath und die Gefräßigkeit von Gargantua die Ausschweifungen der Mächtigen schildern. In L’Oiseau seinerseits, mit Gitarre und Stimme, vertraut uns Solann ihre Angst vor dem Tod an, indem sie ihre eigene Fabel entwickelt, inspiriert von ihrem „Idiot von Katze, der keine tote Fliege findet und einen Vogel mitgebracht hat“, lächelt sie.
Im Diapason (Vendenheim) am Freitag den 21. März, in der BAM (Metz) am Samstag den 22. März, in La Vapeur (Dijon) am Donnerstag den 3. April, in den Francofolies (Esch-sur-Alzette) am Sonntag den 8. Juni, im Festi’neuch (Neuchâtel) am Donnerstag den 12. Juni, beim Festival de la Paille (Métabief) Sonntag 3. August, im Moloco (Audincourt) am Freitag den 24. Oktober, in den Docks (Lausanne) am Samstag den 25. Oktober, in der Rockhal (Esch-sur-Alzette) am Freitag den 14. November und in La Cartonnerie (Reims) am Mittwoch den 10. Dezember