La Quinzaine de la Danse, Runde 7

UNBLOCK PROJECT © Yves Petit

Die siebte Ausgabe von La Quinzaine de la Danse nimmt Mulhouse und seine Umgebung mit auf eine Reise ins Herz des Menschen und der zeitgenössischen Herausforderungen. Fokus auf drei Beiträge. 

Vom Espace 110 d’Illzach, La Filature de Mulhouse und dem Ballet de l’Opéra national du Rhin getragen, ist La Quinzaine de la Danse reich an 10 unterschiedlichen Beiträgen, in denen der Mensch jedoch einen zentralen Platz einnimmt. Darunter Robot, l’amour éternel (11.03., Espace 110, ab 10 Jahren), das Mensch und Android aufeinandertreffen lässt und das Publikum zum Begriff der Erneuerung befragt (siehe Poly Nr. 266 oder auf poly.fr). So versetzt sich Kaori Ito in die Rolle einer Maschine, die sich nach und nach ihrer Prothesen entledigt, die die verschiedenen Etappen des Lebens symbolisieren. EXIT ABOVE (05.03., La Filature, ab 12 Jahren) seinerseits nimmt uns mit zu den Einflüssen und Inspirationen von Anne Teresa de Keersmaeker. Sie entleiht zum Beispiel Ideen aus Der Sturm von Shakespeare, der Geschichte eines Mannes, der auf einer Insel strandet und aus einem Einheimischen seinen Sklaven macht und eine Naturkatastrophe auslöst, aber auch aus Angelus Novus. Aus Über den Begriff der Geschichte von Walter Benjamin stammend, stellt der deutsche Philosoph hier eine Überlegung zu Zukunft und Fortschritt an. Die belgische Regisseurin zeichnet ein Traumbild, das dazu einlädt in die Vergangenheit einzutauchen, zu den Ursprüngen der Musik und des Tanzes, um unsere Welt besser zu verstehen. Auf der Bühne nehmen sich dreizehn Interpreten – elf Tänzer, eine Sängerin und ein Gitarrist – eines kargen Raums im Halbdunkel an, mit der einfachsten möglichen Bewegungsform: dem Gang. Die Solistin Meskerem Mees interpretiert die unumgänglichen Lieder des Blues neu, wie Walking Blues von Robert Johnson. Warm, tief, umhüllend, begleitet die Stimme der jungen Frau die Gemeinschaft, die sich zwischen Voguing, Flamenco und sich spiegelnden Gesten entfaltet, während ein Ventilator wild eine transparente Plane im Hintergrund flattern lässt, eine Metapher des aufkommenden Orkans und des aktuellen Klimawandels. 

Auf der Seite des UNBLOCK PROJECT (19.03., Noumatrouff, ab 8 Jahren), lässt Étienne Rochefort aus Besançon, gemeinsam mit dem Musiker Mondkopf, dem Schlagzeuger Joël Brown und dem Sänger Eli Finberg Streetdance, Musik und Video in einen Dialog treten. Im Bühnenhintergrund zeigt ein Bildschirm Bilder von Veranstaltungen, Aufständen und Menschenmengen in Städten, die an wimmelnde Ameisen erinnern. Kaum erkennbar beginnt ein Tänzer mit einer ruckartigen Choreographie, wie eine Art desartikulierter Zombie, während die Projektion seines Doppelgängers ihn in einem U-Bahn-Zug imitiert. Elektro-Pads schaffen eine schwere, bedrohliche Atmosphäre, die von den Worten des Slamers intensiviert wird. „Too much consumption, too much production“ („Zu viel Konsum, zu viel Produktion“), denunziert er mit Härte, bevor sich ein riesiges graues Auge materialisiert und die Fortsetzung ankündigt: Widerstand, zwischen Breakdance und leidenschaftlichem Hip-Hop.

In La Filature, im Noumatrouff, in der Université de Haute-Alsace (Mulhouse), im Espace 110 (Illzach) und bei VIADANSE (Belfort) vom 5. bis 21. März 

> UNBLOCK PROJECT, 20 & 21/05, Pôle Sud (Strasbourg) 
> EXIT ABOVE, 07 & 08/03, Arsenal (Metz) 

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